23.02.2018

Hohe Inventurdifferenzen: Probleme mit dem Fiskus vorprogrammiert

Die jährliche Inventur macht es meist erst so richtig deutlich: Diebstähle durch Kunden, Mitarbeiter und Dienstleister schmälern die Gewinne erheblich. Doch ein weiterer Negativaspekt wird häufig unterschätzt: Fällt der Warenschwund zu hoch aus, droht auch noch Ärger mit dem Finanzamt.

Die Mittelwerte sind auch dem Fiskus gut bekannt: 0,98 Prozent seines Umsatzes verliert der durchschnittliche Einzelhändler durch Diebstähle, zu Verkaufspreisen gerechnet. Diese Inventurdifferenzen summierten sich für 2017 auf etwa vier Milliarden Euro im gesamten deutschen Einzelhandel. Dabei stellten die Unternehmen – vom Elektronikfachmarkt bis zum Textilhandel – segmentübergreifend hohe Fehlmengen bei der Jahresinventur fest .

Wer mit seinem Unternehmen durch besonders hohen Schwund aus dem Rahmen fällt, hat indes nicht nur das Nachsehen bei der Bilanz. Auch Probleme mit dem Fiskus sind vielfach vorprogrammiert. Sind die Inventurdifferenzen zu hoch, unterstellt das Finanzamt oft, dass Privatentnahmen nicht ordnungsgemäß verbucht wurden, der Lager-ist-Bestand wird höher geschätzt, angesetzte Teilwertabschläge werden gekürzt oder gar nicht anerkannt.

Bei der Steuerberechnung geht der Staat also davon aus, dass der Händler den Schwund nicht einfach hinnimmt, sondern geeignete Maßnahmen zum Diebstahlschutz trifft, zum Beispiel: Personalschulung, Stichprobeninventuren, Einsatz von Detektiven, Umgestalten der Verkaufsräume oder Überwachung von Mitarbeitern mit auffällig vielen Null- und Stornobons.

Im Kampf gegen Langfinger haben sich elektronische Sicherungssysteme als die wirksamste Waffe erwiesen. Das haben auch die Einzelhändler erkannt: 29 Prozent planten einer EHI-Befragung zufolge bereits 2017, mehr Geld für Videoüberwachung auszugeben. Hochauflösende Kameras und intelligente Auswertungssysteme sind allerdings nur zwei Bausteine eines wirkungsvollen Sicherheitskonzeptes, das auch klassische Sicherungsetiketten, schwer zu entfernende Schutzsysteme, Leinensicherungen oder diebstalhemmende Verkaufsträger beinhaltet. 

Wer also bei der nächsten Inventur oder Steuererklärung keine unangenehmen Überraschungen erleben will, sollte nicht nur auf Einzelmaßnahmen setzen, sondern zusammen mit einem herstellerunabhängigen Dienstleister wie Novatec ein individuelles und integriertes Gesamtkonzept ausarbeiten, das die Besonderheiten von Sortiment, Verkaufsfläche, Kunden- und Mitarbeiterstruktur gleichermaßen berücksichtigt. 

Dann klappt’s auch mit dem Fiskus.